Essen. Trinken. Rawfair Vienna. Eine Nachlese.

Das Palais Pallavicini war Veranstaltungsort der ersten RAWFAIR Vienna.
Dem rohen Essen kann nur rohes Trinken folgen!

Das Palais Pallavicini beherbergte am 15. Juni 2014 zu ersten Mal außerhalb Londons die RAWFAIR, eine Messe für biodynamische Weine.
Pia und ich wurden an diesem sonnigen Sonntagnachmittag im imperialen Ambiente von neugierigen Genießern zu Fans.

Von der Kennerschaft einer Sommelière sind wir natürlich Lichtjahre entfernt!
Und wenn man dann noch Konstantin Filippou quasi beim Einkaufen trifft, ist man dankbar, wenn einem ein gnädiger Mensch sagt, dass es ja schon sehr viel wert sei, wenn man wisse, was einem schmeckt.
Also gingen wir demütig verkosten.

In fünf Sälen präsentierten über sechzig Weinbauern aus vorwiegend Frankreich, Italien und Österreich ihre naturbelassenen Weine.
Aber es waren auch Schweizer da, Argentinier, Polen, Deutsche, … fast wie bei der Fussball WM, nur eben mit österreichischer Beteiligung und einem Publikum, das großteils aus Profis besteht.
Da wurde gerochen, besprochen, gespuckt und geschluckt, was das Zeug hielt!

Wir startetet mit den Champagnern von Isabelle und Franck Pascal und zwar mit einem Vintage Champagner aus 2004, extra brut, 60% Pinot Noir, 20% Pinot Meunier, 20% Chardonnay:
Quinte – Essence. Verdient, der Name, weil zarter Geruch nach Trebern, feinste Perle, staubtrocken, lang am Gaumen.
Kontakt: www.franckpascal.fr
Exzellenter Start.

Überhaupt hatten das viele der von uns verkosteten Weine gemeinsam: den extrem langen Abgang.
Und noch etwas: die ansteckende Leidenschaft ihrer Produzenten für die Sache.

Weingut Muster

„Unsere Idee des biodynamsichen Weinbaus ist es, die Vitalität und Lebenskraft des Weines in unseren Produkten zu erhalten und zu fördern.“
Maria und Sepp Muster aus der Südsteiermark  absolvierten im Rahmen einer Weltreise 1997 ein dreiwöchiges Seminar zum Thema biodynamischer Weinbau – in Indien, unterrichtet vom Australier Peter Procter.  Das war die Initialzündung, 2003 kam die Demeterzertifizierung und „heute ist unser Reichtum, dass wir von dem Leben könne, was wir gerne machen.“
Wir verkosteten  u.a. Erde 2011, in der Steingutflasche (!), der ein Jahr auf der Maische gelegen hatte: großartig, plötzlich verstanden wir, was da mit Lebenskraft gemeint war.
Kontakt: www.weingutmuster.com

Danach kam ein Abstecher nach Kärnten – ja, dort gibt es wieder Wein.
Der Blanc De Noirs 2012 vom Weingut Georgium riss mich förmlich vom Hocker. (Ich wünschte, es hätte welche gegeben.) Was für ein Bouquet, der längste Abgang unserer Testserie: man glaubt schon das war’s, dann schwingen sich die Aromen noch einmal auf, es wird krautig mit einer herrlichen Zitrusnote.
Ursprünglich hätte dieser Wein im neuen Holzfass ja ein Schaumwein werden sollen, aber zu Ostern haben die Winzer beschlossen, dass sie einfach dieses Jahr zu wenig Wein haben und umdisponiert.
Den Göttern sein Dank.

RAWFAIR Vienna

Es folgte Italien, eine Winzerin aus den Abruzzen kredenzte einen 100% Chardonnay und pia beschließt daraufhin, dass sie mit Ausnahme des Gemischten Satzes in Wien einfach lieber sortenrein genießt.
Auch hier wieder eine positive Überraschung.
Das Weingut De Fermo arbeitet biologisch und biodynamisch, ist aber noch nicht zertifiziert, es gibt noch keinen Importeur oder Weinhändler in Österreich. Das wird sich nach der Messe sicher ändern.
Kontakt: info@defermo.it

Der warme Sommertag macht die Abläufe auf der Messe nicht unbedingt leichter.
Das Eis in den Kühlern schmilzt zu schnell, was manchem Weißwein nicht schmeichelt und das Ausleeren der großen Kartonagen zum Spucken muss in kurzen Abständen erfolgen, damit es zu keiner Geruchsbelästigung kommt. Apropos: die im Extrazimmer zur kulinarischen Versorgung angebotenen Käse hätten sich sicher auch über gekühlte Vitrine gefreut. Und unsere Nasen auch.
Die Degustationsgläser waren übrigens von Gabriel Glas, das Brot vom Joseph und das Buffet vom Mochi um 14.00 Uhr schon leer gegessen.

De Fermo, Abruzzen, Italien

Letzte Station: Frankreich.
Wir treffen den Österreicher Moritz Herzog, der im Süden des Landes, in der Roussillon, einen 100 Jahre alten Weingarten erwerben konnte. Das Riberach Projekt nahm 2006 seinen Anfang und bietet heute neben dem Weingut auch ein Hotel für die elegante Weltflucht und ein erstklassiges Restaurant.
Die Nähe zum Mittelmeer und den Pyrenäen macht die Region besonders, eine Vielzahl von Rebsorten gedeihen dort und ein Drittel aller Weine werden ökologisch erzeugt – eine Vorreiterrolle in Frankreich.
Hier sind Querdenker am Werk, die schon ‚mal in einer frei gewordenen Riede einen Syrah anbauen.
Riberach ist in Wien durch Weinskandal vertreten, wo man Raritäten zu extrem moderaten Preisen bekommen kann, ich sage nur: zwischen 10,- und 40,- Euro die Flasche.
Keker Tipp!
Kontakt Weingut: www.riberach.com
Kontakt Vertretung: www.weinskandal.at

Und in den nächsten Tagen wird Weinskandal zusammen mit Agora Vino dann auch noch gleich eine neue Weinbar aufgesperren: das Herzog + Kiem in der Krieau.
Stadtbiotop, Trabrennstrasse 2, 1020 Wien, täglich von 8.00 -22.00 Uhr (mindestens …)
Keker Geheimtipp!
Kontakt: herzogkiem@weinskandal.at

Ach ja, einige der Weine auf der RAW Vienna waren Orange Weine, aber das ist eine andere Geschichte …

 

 

RAW Vienna

Die Messe fand am Sonntag, den 15.06.2014 von 10.00 bis 19.00 Uhr im Palais Pallavicini am Josefsplatz 5, 1010 Wien statt.
Die nächste rawfair ist wieder  in London: 15. – 18. Mai 2014.
web: www.rawfair.com
Twitter: @rawfair
Facebook: www.facebook.com/rawfair

Definitionen laut RAW:
„Alle Weine, die auf der RAW präsentiert werden, müssen folgenden Kriterien gerecht werden:

  • Die Weingärten müssen biologisch oder biodynamisch bewirtschaftet werden
  • Das gesamte Weingut muß biologisch oder biodynamisch bewirtschaftet werden
  • Die Trauben müssen händisch gelesen werden
  • Ausschließlich natürliche Hefen sind für die Gärung erlaubt, Ausnahme ist die zweite Gärung bei Schaumweinen
  • Keine Additive in der Weinbereitung sind erlaubt mit Ausnahme von Schwefel mit einem Maximalgehalt von 70 mg/Liter gesamtes SO2
  • Keine Eingriffe im Weinwerdungsprozess wie Konzentration, Osmose und so weiter sind erlaubt
  • Wird ein Wein chaptalisiert, so ist dies ausdrücklich im Katalog vermerkt
  • Die meisten Weine sind unfiltriert, ist dies nicht der Fall, so wird das ebenfalls vermerkt
  • Alle präsentierten Weine sind sowohl für Vegetarier als auch Veganer verträglich.“

 

 

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1 comment

  1. marche cavaillon

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