The Birdyard Bar (c) atelier olschinsky

The Birdyard, große Pläne in der Lange Gasse

Dieser Straßenzug mausert sich zusehendes zur nennenswerten Genussmeile im 8. Bezirk. Das brandneue, dreistöckige Lokalkonzept der Betreiber vom Mama Liu & Sons ist jedenfalls sehr ambitioniert …

Erst unlängst haben wir ja von den Nachbarn des The Birdyard berichtet, vom Crème de la Crème. Aber das ist noch lange nicht alles, was sich so kulinarisch in dieser Ecke Wiens abspielt. In der Lange Gasse und ihrer „Verlängerung“ auf der andere Seite der Alserstraße, der Spitalgasse,  befinden sich auch noch folgende Lokalitäten:

Und dann wäre dann noch das vegetarische bis vegane Deli Bluem im Museum und das entzückende Josefine quasi um die Ecke. Und das sind nur wenige Beispiele. Braucht es da ein weiteres Lokal, noch dazu ein so großes? Die Antwort ist einfach: Ja, so eines schon.

 

The Birdyard, Lange Gasse, gleich neben dem Creme de la Creme, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

The Birdyard, Lange Gasse, gleich neben dem Creme de la Creme, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

 

 

Drei Ebenen und überall ist alles erlaubt. 

Die hohen Rundbogenfenster lassen viel Licht in das sehr urban anmutende, ebenerdige Restaurant mit offener Küche. Steigt man in den oberen Stock, findet man eine Sitzgruppe mit Blick auf die Gasse zum Abhängen, eine große Tafel für gemeinsamen Spaß mit bekannten oder unbekannten netten Menschen und weitere Zweiertische wie unten. Der erste Stock ist gut, um zu entspannen derzeit, und um den einen oder anderen Moment der Ruhe zu finden. Mal sehen, ob das so bliebt.

 

Lounge mit Ausblick im ersten Stock des Birdyard, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Lounge mit Ausblick im ersten Stock des Birdyard, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

Essen an der langen Tafel ist im ersten Stock des Birdyard möglich, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Essen an der langen Tafel ist im ersten Stock des Birdyard möglich, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

Blick in die Küche, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Blick in die Küche, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

 

Für mich aber spielt die Musik im Untergeschoss, in der Bar. Wow! Die spektakuläre Wandbemalung des rumänischen Künstlers Saddo, die er in einer 40 Tage dauernden, wohl gewaltigen Anstrengung angefertigt hat, beeindruckt ebenso wie das Architekturkonzept von Tzou Lubroth Architekten. (Man erinnere sich an If Dogs Run Free zum Beispiel). Ist nicht typisch Wien im besten Sinn.

Man ist umhüllt von exotischen Vögeln und Pflanzen. Ich gehe ja nicht so gern in den Keller, aber in diesem hier war ich seit der offiziellen Eröffnung am 12.9.2017 schon einige Male. Besonders klug finde ich die Anordnung der Kojen zum Sitzen Plaudern, Trinken und auch bei den Nässräumen wurde nicht gespart. Sehr schön.

 

Kein Gral, sonden das Waschbecken im Birdyard, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Kein Gral, sonden das Waschbecken im Birdyard, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

Abgang in die Bar des Birdyard, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Abgang in die Bar des Birdyard, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

An einer Theke ist vieles erlaubt, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

An einer Theke ist vieles erlaubt, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

The Birdyard, Bar, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

The Birdyard, Bar, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

 

Keker Tipp: Die Nischen der Bar sind zwar gemütlich, intim und diskret, man bekommt auf Wunsch auch das Essen aus dem Restaurant dorthin serviert, aber für ein erstes Date würde ich das Erdgeschoss oder die Plätze an der Bartheke empfehlen. Das weiße Licht der Tische bestrahlt die Gesichter nämlich wenig schmeichelhaft von unten.

Ein Mal durch die Speisekarte des Birdyard

Das Konzept ist ebenso en vogue im Moment wie mittlerweile gut gelernt von den geneigten Essern: kleine Teller, viel Spannendes zum Kosten, Teilen, Staunen. Man kann es Tapas nennen, wenn man will. Das macht die einzelnen Teller leistbar, was nicht nur Foodies freut. Und liest sich dann so wie im Anschluss die aktuelle Karte mit Preisen.

Seit unseren Tests haben sich bereits einige Gerichte geändert. Da kommt auch bei einer kleinen Karte keine Langeweile auf. Nicht „Rummosern“ wegen der Formulierungen oder dem Fehlen derselben bitte. Die Gerichte sind so erdacht, dass sie keinen Erklärungsbedarf generieren.

 

Burrata: die Olive ist als Paste unter dem Salat. Wir fanden sie eine Idee zu salzig, Birdyard, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Burrata: die Olive ist als Paste unter dem Salat. Wir fanden sie eine Idee zu salzig, Birdyard, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

 

  • Die Burrata

    Burrata. Olive. Brotsalat.
    7.5

  • Die Bohne

    Bohnen. Wachtelei.
    5.8

  • Der Couscous

    Couscous. Ricotta. Zucchini.
    5.2

  • Das Kalb

    Tartar. Feige. Holunder.
    7.8

  • Der Ochse

    Ochsenschwanz. Sardelle. Kapernblatt.
    6.5

  • Die Pasta

    Fregola. Pilze. Sommerhimu.*
    (Anmerkung: halbharte Rohmilchkäse mit Edelschimmelreifung. Ist uns schon im roots begegnet. Beide Köche, dort wie da, kochten früpher auch in der Küche das Konstantin Filippou.)
    6.9

  • Die Garnele

    Rote Garnele. Avocado. Mango.
    8.4

  • Der Kabeljau

    Kabeljau. Broccoli. Safran.
    9.6

  • Das Rind

    Rinderherz. Ei. Frisee.
    6.9

  • Die Ente

    Wildente. Pastinake. Baharat. (Anmerkung: arabische Gewürzmischung)
    9.5

  • Das Huhn

    Maispoularde. Innereien. Kartoffel.
    8.3

  • Der Pfirsich

    Weinbergpfirsich. Muscovado (Anmerkung: ein Rohrzucker mit deutlichem Melassearoma). Mandel.
    5.2

  • Die Beeren

    Maulbeeren. Sauerrahm. Brunnenkresse.
    5.2

  • Die Banane

    Banane. Weisse Schokolade. Zitrate.
    5.2

Wir hatten die Teller auf den Bildern (gleich weiter unten). Unterm Strich war viel Erfreuliches, Kreatives dabei. Da werden Aromen recht mutig kombiniert, was meistens auch gelingt. Am meisten Spaß macht das Essen hier wohl, wenn man mit ein paar Freunden kommt und einfach alles von oben bis unten bestellt. Was besonders gemundet hat, lässt man einfach wieder auffahren.

Wir hatten jeder drei Gänge und waren danach angenehm satt. Eine Flasche Wein dazu (Riesling Butterfly, Forstmeister Geltz, Zilliken, Saar, Deutschland, Euro 37,00) und alles ist gut. Auch diesbezühglich ist die Karte klein, aber sehr brauchbar und großteils aus Österreich zusammengestellt.

 

Der Oktopus im The Birdyard, Pulpo. Schwarze Bohne. Kakao. Nicht ganz ausgewogen in den Mengen der einzelnen Komponenten zueinander, aber geschmacklich sehr gut. Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Der Oktopus im The Birdyard, Pulpo. Schwarze Bohne. Kakao. Nicht ganz ausgewogen in den Mengen der einzelnen Komponenten zueinander, aber geschmacklich sehr gut. Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

Das Rind. Tartar. Kren. Rote Bete. Gelungen. Birdyard, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Das Rind. Tartar. Kren. Rote Bete. Gelungen. Birdyard, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

Das Lamm. Albondigas. Tomate. Estragon. Sehr gut! The Birdyard, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Das Lamm. Albondigas. Tomate. Estragon. Sehr gut! The Birdyard, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

Das Bries. Kalbsbries. Karfiol. Kapernblatt. Mein persönliches Liebelingsgericht hier! The Birdyard, Bild (c) Claudia Busser

Das Bries. Kalbsbries. Karfiol. Kapernblatt. Mein persönliches Liebelingsgericht hier! The Birdyard, Bild (c) Claudia Busser

Das Schwein. Schweinebauch. Kimchi. Euro 6,9. Teller zu klein, Besteck zu groß dafür, Kimchi zu stark sauer, die Aromen des Schweinbauchs erschlagend. Das hat nicht so ganz geklappt für mich. Birdyard, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Das Schwein. Schweinebauch. Kimchi. Euro 6,9. Teller zu klein, Besteck zu groß dafür, Kimchi zu stark sauer, die Aromen des Schweinbauchs erschlagend. Das hat nicht so ganz geklappt für mich. Birdyard, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

 

Viel mehr als eine Restaurantbar …

Man sollte sich auf alle Fälle noch Zeit und Gusto aufheben für die Bar. Das Team unten agiert ebenso wie das gesamte Service sehr angenehm und aufmerksam am Gast. Die Karte mit den Signature Drinks ist in vier Sektionen zu je vier Drinks unterteilt. Da reicht das flüssige Vergnügen von leicht und angenehm, ausgetüftelt und fruchtig bis hin zu bestens geeignet für den geeichten Connaisseur und für Menschen mit Sinn für Komplexes, Starkes, Heftiges. Natürlich gibt es auch alle Klassiker, insgesamt alles recht fair gepreist, finde ich.

 

White Swan, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

White Swan, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

 

 

Die Barkarte des Birdyard

  • Apolori
    Absolut Elyx Vodka. Sake. Kardamom-Grüntee-Sirup. Kalamansi. Soda.
    11
  • White Swan
    Sipsmith Gin. Weißer Portwein. Gurke. Bergamotte. Estragon. Eiklar. Soda.
    11
  • Early Bird
    Sipsmith Gin. Yuzu. Marille. Sauerrahm.
    12
  • Paon Bleu
    Courvoisier VSOP Cognac. Verjus. Zitrone. Lavendelsirup. Burlesque Bitters. Eiklar.
    12
  • Siesta
    Olmeca Plata Tequila. Maracuja Curd. Limette. Kalamansi. Pfefferoni. Tabasco.
    10
  • Senses
    Absolut Elyx Vodka. Chili-Marillen-Marmelade. Birne. Limette. Piment.
    11
  • Anhingas
    Diplomatico Planas Rum. Gosling’s Rum. Limetten-Kondensmilch-Cordial. Kokoswasser. Ananas. Matcha.
    12
  • Farang
    Chivas 12 Scotch. Salted Caramel. Kokoscreme. Zitrone.
    12
  • Mazama Mule
    San Cosme Mezcal. Espresso. Jägermeister. Herbal Moscow.
    10
  • Quetzal
    Olmeca Plata Tequila. Ananas. Chili. Rucola. Limettensaft. Agavendicksaft.
    11
  • Twisted World
    Diplomatico Mantuano Rum. Limettensaft. Gran Classico. Chartreuse Jaune. Maraschino. Dry Curacao.
    11
  • San Andres
    Diplomatico Mantuano Rum. Himbeere. Maracuja. Rucola. Timutpfeffer.
    12
  • Two for The Show
    Knob Creek Bourbon. Kaffee-Essenz. Tonkabohnensirup. Peach Bitters.
    12
  • Ortolan
    Courvoisier VSOP Cognac. Belsazar white. Wermut. Mandarine Napoleon. Olorosso Sherry. Absinth. Peychaud Bitters.
    14
  • Flor de Humo
    San Cosme Mezcal. Roter Wermut. Dry Curacao. Apricot Brandy. Angostura Bitters.
    14
  • The Notorious
    Chivas 18 Scotch. Aquavit. Biersirup. Honig. Malzrauch.
    15
Abgesehen vom tatsächlich internationalen Flair der Bar, ist sie ein Ort zum Wohlfühlen, für gute Laune und eben solche Gespräche. Geraucht wird übrigens nur vor dem Lokal, was ich mittlerweile sehr angenehm finde. Früher konnte ich mir ja eine American Bar ohne Rauchschwaden nicht einmal vorstellen.

Fazit: Wien hat ein neues Watering Hole samt Restaurant, das die Lange Gasser kulinarisch weiter aufwertet und definitv bereichert. Sicher auch fein für die Mittagspause.

The Birdyard, Cocktail (c) atelier olschinsky

The Birdyard, Cocktail (c) atelier olschinsky

 

The Birdyard

Lange Gasse 74, 1080 Wien
Tel.: +43 1 402 46 24
E-mail: eatery@thebirdyard.at
web: www.thebirdyard.at

Öffnungszeiten:

  • Eatery: Di bis So 11.30 – 22.00 Uhr
  • Küche: Di bis Fr 12.00 – 15.00 und 17.30 – 22.00 Uhr, Sa und So 12.00 – 22.00 Uhr
  • Bar: Di bis So 18.00 – 2.00 Uh

Handelnde Personen:

  • Betreiber: Mama Liu and Sons GmbH
  • Chef de Cuisine: Henri Diagne
  • Chef de Bar: David Kranabitl
(Beitragsbild: The Birdyard Bar (c) atelier olschinsky)

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