Kleinod, die Bar: Genießen im Schmuckstück

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Kleinod, die Bar, Singerstraße 7. Foto (c) Christof Habres - kekinwien.at

Das Kleinod, die neue Cocktailbar in der Singerstraße 7 im 1. Bezirk, hat endlich die Tore geöffnet.

Gut Ding braucht Weile.
Ist dann aber eben nur »gut«. Wie lange würde es brauchen, bis ein außergewöhnliches Ding fertig ist? Wer gibt sich heutzutage lediglich mit einem »gut« zufrieden?
Überhaupt, wenn es sich bei dem Ding um eine Bar dreht. In Wien.

Da muss man derzeit aufgrund der starken Konkurrenz qualitativ weit oben ansetzen, um halbwegs wahrgenommen, frequentiert und geschätzt zu werden.
Tja, die vier eingeschworenen Musketiere der neueröffneten Kleinod Bar haben sich länger Zeit gelassen. Das lag selbstverständlich nicht nur in deren Einflußbereich, sondern auch – Wien bleibt Wien – an Vermieter, Denkmalschutz, Anrainern und den unterschiedlichen Magistraten.

#kleinod #babyvodka #drinks #champagne #girlsnight

Ein von @knackgitti gepostetes Foto am 16. Okt 2015 um 15:37 Uhr

Work in progress bis zur Perfektion

Das Team des Kleinods rund um David Schober, Oliver Horvath, Philipp »Drops« Scheiber und Alexander Batik hat sprichwörtlich bis zur letzten Minute vor der Softopening-Phase gemeinsam mit dem Designer Benjamin Toth an Ausstattung, Einrichtung, Barkarte, Spirituosen und Cocktails gefeilt. Und sie feilen weiter – quasi work in progress bis zur Perfektion.
Daher muss man auch bis zur offiziellen Eröffnung noch ein wenig warten
. Eine nachvollziehbares Prozedere, währenddessen Kleinigkeiten wie Untersetzer oder das Feintuning bei der Musikprogrammierung noch optimiert werden und sich das Team einspielen kann.

Nichtsdestotrotz sind eingefleischte Wiener Bar-Aficionados (und es werden immer mehr) äußerst neugierig: Wie sieht das Resultat des Bar-Projekts aus, das als Plan seit mehr als einem Jahr durch die Szene geistert und mit großer Spannung erwartet wurde?
Wird die Realität den hohen Erwartungen standhalten?

Kleinod, die Bar, Singerstraße 7. Foto (c) Christof Habres – kekinwien.at


Der Eindruck der ersten Besuche im Kleinod

Das denkmalgeschütze Lokal mit den hohen Rundbögen wurde von grundauf renoviert. Benjamin Toth, der auf Schiffsdesign spezialisiert ist, hat im Kleinod sein erstes Barkonzept umgesetzt. Es ist ihm vortrefflich gelungen, den kompakten Innenraum detailgenau für Tresen, Stell-, Stau-, Sitz- und Stehflächen zu nutzen.

Ein weitläufiger schöner, um die Ecke gehender Bartresen beherrscht die Szenerie. Der beleuchtete, italienische Onyx, der für die Baroberfläche verwendet wurde, besticht durch Farbe und Lichtgebung. Die Beleuchtung des Steins untermalt den in angenehm Dunkel (Einbauten aus Holz) gehaltenen Raum. Die Sitzbänke sind mit braunem Leder im Stil der Chesterfield-Sofas überzogen. Tische mit ebenfalls beleuchteten Onyxplatten ergänzen das behagliche Ambiente.

Die Regale für Spirituosen werden vom Regalboden mit dezentem Neonlicht ausgeleuchtet und dahinter montierte Spiegel sorgen für die Vervielfachnung des Flaschenportfolios. Besonders ins Auge sticht die runderneuerte und mit blauem Neonlicht ausgestattete Espressomaschine an der Bar, die ebendort wie eine Ufo-ähnliche Skulptur thront. Alles in allem ein ausnehmend gelungenes und funktionierendes Bardesign.

"Ufo" und Luster im Kleinod, Foto (c) Christof Habres - kekinwien.at

„Ufo“ und Luster im Kleinod, Foto (c) Christof Habres – kekinwien.at


Jetzt aber in medias res: Was gibt’s zu trinken im Kleinod?

Welches Konzept wird gefahren und was steht auf der Karte?
An der Ausformulierung der Karte wurde ausgiebig gearbeitet – das macht sich positiv bemerkbar.
Jeder der vier Betreiber kann auf jahrelange Erfahrung in der Bar- und Clubszene verweisen. Es sind alte Hasen des Wiener Nachtlebens, die gemeinsam mit Bar-Profi Daniel Schober eine Karte und Signature-Drinks geschaffen haben, die fraglos top sind.

Als Basis für die Drinks köcheln sie selbstgemachte Sirup-Sorten oder setzen Infuse mit verschiedenen Teesorten an. Die Karte ist gut gegliedert, übersichtlich, hat zahlreiche Klassiker gelistet und bei manchen Klassikern kommt der eine oder andere Twist hinzu. Sie ist nicht ausufernd und bei Spirituosen wie Rum und Whiske(y)s werden spezifische Geschmacksnoten und Aromen beschrieben. Ein oft hilfreicher Zusatz für Einsteiger.
Ebenfalls im Programm: Jeder Klassiker oder Costumer-Made-Cocktail wird von den Barmännern – zurzeit Philipp Scheiber und Marcel Katzer – à la minute zubereitet.

"frisch gekocht" für das Kleinod, Foto (c) Kleinod

„frisch gekocht“ für das Kleinod, Foto (c) Kleinod


Die ersten Runden im Kleinod

Getreu dem Motto mit Klassikern zu beginnen, stand zuerst, quasi als Referenz zur beginnenden kalten Jahreszeit und zur Immunisierung, ein fein ausgewogener Penicillin (Chivas Regal 12y, Ardbeg 10y, Zitrone, Honig-Ingwer-Sirup) auf dem Programm.

Nach erfolgter Abhärtung gegen den Temperatursturz ging es wieder gegen Süden, in Richtung Karibik und Rumsorten: Der klassische El Presidente (Havana Club 3y, trockener Vermouth, Grenadine, Orangenlikör) gelingt überaus erfrischend, überzeugt durch Abstimmung und Balance.

Beim Havana Selección Old Fashioned (Havana Club Selección de Maestros, Zucker, Agnostura Bitters, Orange Bitters) spielen sich angenehm die Geschmacksnoten des Rums in den Vordergrund: eine perfekte Verbindung aus Kaffee, Kakao und süßem Tabak.

Oder eine andere Kleinod-Spezialität, der Old Tajuna (Ron Diplomatico 12y, hausgemachter Islay-Portweinsirup, Agnostura Bitters, Orange Bitters), der intensiv, etwas rauchig und vollmundig rüberkommt.

Danach der Wechsel zu einer Manhattan-Interpretation: Ein absolutes Highlight der Verkostung war der Borgmanhattan (4-jähriger Rittenhouse 100 Proof, Borgmann Kräuterlikör, Whiskey Barrel Bitters, Angostura Orange Bitters), den Daniel Schober kreiert hat: eine außergewöhnliche Geschmacksexplosion, mit vielschichtigen Aromen, nachhaltig und schön stark. Grandios!

Zwischendurch stärkt man sich an der wirklich köstlichen, selbst zusammengestellten Nüssemischung. Bemerkenswert sind die kleinen Fläschchen für die abschließenden Wodka-Shots: Das Wässerchen (lobenswert die Verwendung des ehrlichen, geraden und geschichtsträchtigen Wyborowas) wird von der Crew darin abgefüllt und vor den Gästen eingeschenkt.

Resumée: Die Wartezeit hat sich gelohnt!

Mit dem Kleinod hat Wien eine Top-Bar, für die außergewöhnliche Qualität bei Cocktails, im Service und bei der Gastgeberschaft absolute Grundbedingung ist.
Ein einzigartiges Bar-Schmuckstück internationalen Zuschnitts!

Hereinspaziert ins Kleinod, die Bar, Singerstraße 7! Foto (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Hereinspaziert ins Kleinod, die Bar, Singerstraße 7! Foto (c) Claudia Busser – kekinwien.at


Kleinod, die Bar

Singerstraße 7 / Ecke Blutgasse, 1010 Wien
Tel.: +43 1 5120325
web: https://www.facebook.com/BarKleinod?fref=ts
Öffnungszeiten: Mo bis Sa 13.00 – 4.00 Uhr und So 16.00 – 2.00 Uhr
Raucherbar.

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1 comment

  1. Hannelore Scattolin

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