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Martin Schoeller – mit OE

So heißt der deutsche Fotograf, der seit 1991 in Ney York lebt, in den USA ein Superstar ist, und dessen Bilder du zum Beispiel schon im großartigen Magazin The New Yorker oder auch im National Geografic gesehen hast. Die Wiener Galerie OstLicht widmet dem sympathischen Künstler jetzt erstmals in Österreich eine große Ausstellung.

Martin Schoeller: Up Close

 

Die Eröffnung in der Galerie OstLicht war gut besucht, Martin Schoeller, Up Close, Bild (c) kekinwien.at

Die Eröffnung in der Galerie OstLicht war gut besucht, Martin Schoeller, Up Close, Bild (c) kekinwien.at

In Fotografie-Ausstellungen wird immer besonders viel fotografiert, Schoeller in der OstLicht, Bild (c) kekinwien.at

In Fotografie-Ausstellungen wird immer besonders viel fotografiert, Schoeller in der OstLicht, Bild (c) kekinwien.at

 

Close Up – Up Close

Bei seinen Shootings gibt es immer Beschallung. Die Musik spielt auch finanziell, denn für einen Termin mit Martin Schoeller muss man schon eine deutlich fünfstellige Summe hinblättern. Die großformatigen Portraits, die Close Ups von Stars aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens entstanden früher oft als „Nebenprodukt“ unter großem Zeitdruck. Das allererste dieser Serie zeigt übrigens Vanessa Redgrave.

Damals 1996/97 interessierte das wenige. Aufwendige Inszenierungen wie bei Annie Leibovitz, als deren Assistent Martin Schoeller einige Jahre gearbeitet hatte, waren damals en vogue. Letztlich lösten Schoellers großformatige, hyperreale Abbildungen menschlicher Gesichter aber 1998 eine Welle aus. „Das ist halt so in der Fotografie. Man kopiert sich gegenseitig.“ meinte er dazu lapidar bei der Eröffnung.

Das Bild von Angelika Merkel allerdings war ein vereinbarter Termin. Exakt fünf Minuten hatte sich die deutsche Kanzlerin dafür reserviert. Und mehr bekam der Fotograf laut der netten Anekdote, die er bei der Eröffnung erzählte, auch nicht zugestanden. Die Rolling Stones als musikalischen Hintergrund kommentierte Merkel laut Schoeller dabei mit „Was ist das?“. Das Portrait ist in der Ausstellung zu sehen.

 

Russell Crowe, Martin Schoeller, Bild vom Bild (c) kekinwien.at

Russell Crowe, Martin Schoeller, Serie ‚Close Up‘, Bild vom Bild (c) kekinwien.at

Daniel Dafoe, Martin Schoeller, Bild vom Bild (c) kekinwien.at

Daniel Dafoe, Martin Schoeller, Bild vom Bild (c) kekinwien.at

 

Martin Schoeller in der Tradition von Richard Avedon

Der Deutsche ist Avedon als redaktioneller Fotograf beim New Yorker nachgefolgt. Auch Diane Arbus wurde als Vorbild genannt. Dass Schoeller analog fotografiert, wundert wohl niemanden.

Ausgeleuchtet werden die abzubildenden Modelle mit einem Neonlicht, das unserem Tageslicht nachempfunden ist. Fotografiert wird im Mittel- und Großformat, die Negative im Anschluss eingescannt. „Warum nicht digital?“, fragt Galerist Peter Coeln. „Die Qualität ist anders. Die feinen Nuancen der Hauttöne kommen nicht so gut heraus.“ antwortet Martin Schoeller.

 

Peter Coeln (links) mit Martin Schoeller vor dem Close Up von George Clooney, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Peter Coeln (links) mit Martin Schoeller vor dem Close Up von George Clooney, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

 

Martin Schoeller in der Galerie OstLicht

Die vollständige Liste der Arbeiten inklusive Preisangaben findest du hier – es handelt sich ja schließlich um eine Verkaufsausstellung. Die Auflage beträgt höchstens 20 Stück. Los geht es bei Euro 4.000,-. Das Portrait von Prince wurde bereits vor Ausstellungseröffnung zwei Mal verkauft laut Peter Coeln.

Die Schau ist amüsant, nicht nur wegen der abgebildeten Berühmtheiten. Man darf ruhig mindestens eine Stunde einplanen, dann hat man auch noch Zeit für die Fotobücher. Und auf dem Areal der ehemaligen Ankerbrot-Fabrik gibt es außerdem ja noch die Anzenberger Gallery oder die Hilger NEXT / BROTkunsthalle zu entdecken – ein lohnender Ausflug. Aus folgende Serien werden Arbeiten gezeigt:

  • Close Up
  • Portraits
  • Identical
  • Transgender
  • Female Bodybuilder

Fazit: „Schau’n Sie sich das an!“ (Karl Farkas)

 

Beatrix Roidinger von E.R.O.S. & du in einem Shirt von Modus Vivendi vor einem Foto aus der Serie 'Female Bodybuilder', Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Beatrix Roidinger von E.R.O.S. & du in einem Shirt von Modus Vivendi vor einem Foto aus der Serie ‚Female Bodybuilder‘, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

Eine meiner Lieblingsarbeiten aus der Serie 'Identical' zeigt Drillinge, Martin Schoeller, Bild vom Bild (c) kekinwien.at

Eine meiner Lieblingsarbeiten aus der Serie ‚Identical‘ zeigt Drillinge, Martin Schoeller, Bild vom Bild (c) kekinwien.at

 

 

Martin Schoeller: Up Close

OstLicht. Galerie für Fotografie

Absberggasse 27, 1100 Wien
Tel.: +43 1 996 20 66
E – mail: info@ostlicht.at
web: www.ostlicht.at

Martin Schoeller, 1968 in München geboren, lebt und arbeitet in New York.
web: www.martinschoeller.com

Öffnungszeiten: Mi bis Sa 12.00 – 18.00 Uhr und auf Anfrage, feiertags geschlossen
Die Ausstellung ist seit 31. Oktober und noch bis zum 22. Dezember 2018 zu sehen.
Co-Kuratorin: Anke Degenhard

Kaufanfragen: an Corina Lueger unter +43 677 617 471 85 und lueger@ostlicht.at
„Die Fotografien sind als Archival Pigment und C-Prints in limitierter Edition erhältlich. Alle Arbeiten sind auf Aluminium kaschiert, rückseitig vom Fotografen signiert und nummeriert und in weißem Holzrahmen mit Museumsglas gefasst.“ (website OstLicht)

(Beitragsbild: im Stiegenhaus der Galerie OstLicht, Plakat zur Ausstellung Up Close von Martin Schoeller, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at)

 

Tom Wolfe, aus der Serie 'Portraits' von Martin Schoeller: mein Favorit!, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Tom Wolfe, aus der Serie ‚Portraits‘ von Martin Schoeller, mein Favorit, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

 

Hund unter Abramović, Marina Abramović in der U-Bahn inmitten nackter Passagiere, aus der Serie 'Portraits', von Martin Schoeller, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Hund unter Abramović, Marina Abramović in der U-Bahn inmitten nackter Passagiere, aus der Serie ‚Portraits‘, von Martin Schoeller, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

 

 

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