Seiichi Furuya Rattersdorf, 1981 (aus der Serie Staatsgrenze ), 1981-1983, Abzug 2016

Österreichische Fotografie von 1970 bis 2000 in der Wiener Albertina

Wie schläft und isst Österreich?
Nein, das ist kein neues TV- Realityformat, sondern Teil einer Fotoausstellung …

Wenn Österreicher Österreich(er) fotografieren, dann kann das ganz schön spannend sein. Heinz Cibulka, Peter Dressler, VALIE EXPORT, Friedl Kubelka, Bodo Hell uvm. haben auf den Auslöser gedrückt und einen Blick ins Innerste der österreichischen Seele geworfen.
Unweigerlich denkt man das eine oder andere Mal an die Filme von Ulrich Seidl.

Was bedeutet Heimat?

Was macht die österreichische Identität aus? Mit diesen Fragen setzt sich diese Ausstellung fotografisch auseinander.
Inspiration für die Idee zur Schau habe der Bundespräsidentschaftswahlkampf des vergangenen Jahres geliefert, erklärt Walter Moser, Kurator der Ausstellung.

 

Robert F. Hammerstiel /Frau P. und Kinder (aus der Serie Mittagsportraits – Der Stand der Dinge ), 1989

Robert F. Hammerstiel / Frau P. und Kinder (aus der Serie Mittagsportraits – Der Stand der Dinge ), 1989, Bild (c) Albertina

 

Stadt, Land, Bild

Von den 1970er Jahre, die eine Zeit des Aufbruchs und des Wandels waren, bis hin zur Jahrtausendwende spannt sich der Bogen. Dabei werden sowohl ländliche, als auch urbane Räume vor die Linse genommen.

Wunderbar etwa Cibulkas Vierertableaus aus dem Jahr 1981, die das Landleben beschreiben zwischen Idylle, Religion und hartem Alltag. Dazwischen finden sich immer wieder wissenschaftliche Aufnahmen des menschlichen Körpers.

Seiichi Furuya wiederum widmet sich dem Grenzgebiet des Eisernen Vorhangs. In Zeiten der Reisefreiheit ein Zeitdokument der ganz besonderen Art.

 

Heinz Cibulka / Archivnummer 332 (aus dem Zyklus Fühlt-Most ), 1981, Bild (c) Albertina

Heinz Cibulka / Archivnummer 332 (aus dem Zyklus Fühlt-Most ), 1981, Bild (c) Albertina

 

Fotografie und Humor

Aber es gibt auch die eine oder andere Bildserie zum Schmunzeln.
Nikolaus Walter etwa, der sich in den 1970ern in Schlafzimmern umgeschaut hat. Vollholzmöbel und Mustertapeten, alles mit von der Partie.

Auch amüsant ist die Serie „Mittagstische“ von Robert Hammerstiel, die sich damit beschäftigt, was in Österreich auf den Tisch kommt. Da dürfen Gulasch, Knödel und Brettljause natürlich nicht fehlen!

 

Bodo Hell, Stadtschriften, Ausstellungsansicht, Foto (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Bodo Hell, Stadtschriften, Ausstellungsansicht, Foto (c) Andrea Pickl – kekinwien.at

 

Fazit: Eine wirklich gelungene Ausstellung, die einen tiefen Blick in die österreichische Seele ermöglicht.

 

Österreichische Fotografie 1970-2000

Albertina
Albertinaplatz 1, 1010 Wien
Tel.: +43 1 534 830
web: www.albertina.at

Öffnungszeiten: täglich 10.00 – 18.00 Uhr, Mi 10.00 – 21.00 Uhr
Eintritt: Euro 12,90

Die Ausstellung läuft seit 14. Juni und noch bis zum 8. Oktober 2017.

Vertretene Fotografinnen und Fotografen:
Heimrad Bäcker | Gottfried Bechtold | Norbert Brunner & Michael Schuster | Heinz Cibulka | Peter Dressler | VALIE EXPORT | Johannes Faber | Bernhard Fuchs | Seiichi Furuya | Robert F. Hammerstiel | Bodo Hell | Helmut Kandl | Leo Kandl | Friedl Kubelka | Branko Lenart | Elfriede Mejchar | Lisl Ponger | Gerhard Roth | Günther Selichar | Nikolaus Walter | Manfred Willmann

Kurator: Walter Moser

kekinwien.at

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