Was haben Erwin Wurm und Carl Spitzweg gemeinsam? 

Auf den ersten Blick wohl eher wenig. Das Leopold Museum geht dieser Frage nach und zeigt noch bis 19. Juni 2017 die Ausstellung „Carl Spitzweg Erwin Wurm. Köstlich!  Köstlich?“

Es gibt Spitzweg-Liebhaber und es gibt Wurm-Fans. Dass sich diese beiden Gruppen überschneiden, ist eher selten. Umso schöner, dass das Leopold Museum jetzt beide Gruppen quasi vereint.

Es ist die erste umfassenden Ausstellung in Österreich von Carl Spitzweg 130 Jahre nach seinem Tod. Der deutsche Künstler „gilt als humorvoller Zeitkritiker, der in seinen ironischen Arbeiten die damaligen Spießbürger und Sonderlinge in ihrer biedermeierlichen Scheinwelt widerspiegelt.“ (Homepage).

 

Carl Spitzweg, Der Sonntagsspaziergang, 1841 © Salzburg Museum Foto | Photo: Salzburg Museum

Carl Spitzweg, Der Sonntagsspaziergang, 1841 © Salzburg Museum Foto | Photo: Salzburg Museum

 

Von wegen harmlose Biedermeierkunst

Hört man Spitzweg, denkt man in erster Linie an Spießbürgertum und kleinkarierte Idylle.
Im Zentrum dieser Ausstellung sind jedoch die gesellschafts­- und zeitkritischen Werke des Künstlers. Seine Gemälde treten in den Dialog mit fünfzehn fotografischen Arbeiten und Skulpturen, mit Interventionen des österreichischen Künstlers Erwin Wurm.

 

Erwin Wurm, Home, 2006 © Collection Antoine de Galbert, Paris Foto | Photo: Leopold Museum/Lisa Rastl, Installationsansicht | Installation view Leopold Museum, Wien | Vienna © Bildrecht, Wien, 2017

Erwin Wurm, Home, 2006 © Collection Antoine de Galbert, Paris Foto | Photo: Leopold Museum/Lisa Rastl, Installationsansicht | Installation view Leopold Museum, Wien | Vienna © Bildrecht, Wien, 2017

 

Was schnell klar wird, ist der Humor und die Ironie, von denen beide Künstler genug in ihren Werken zeigen. Auch mit politischen und kulturanalytischen Anspielungen geizen die beiden nicht.
Betritt man den ersten Raum, so treten die klein­städtischen Bilder Carl Spitzwegs mit Wurms Narrow House in Dialog. Wurm hat dabei sein Elternhaus in den Proportionen verändert, quasi zusammengedrückt. Er will damit auf die gesellschaftliche Enge und Zwänge früherer Zeiten  aufmerksam machen.

 

Carl Spitzweg, Der arme Poet, 1838 © Privatbesitz | Private collection Foto | Photo: Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg/Monika Runge

Carl Spitzweg, Der arme Poet, 1838 © Privatbesitz | Private collection Foto | Photo: Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg/Monika Runge

 

Fazit: Die beiden Künstler ergänzen einander wunderbar. Die Ausstellung ist sowohl eine sehenswerte, als auch eine humorvolle und gesellschaftskritische Schau.

 

 

Carl Spitzweg Erwin Wurm Köstlich! Köstlich?

 

Leopoldmuseum
MQ Museumsplatz 1, 1070 Wien
Tel.: +43 1 52 57 00
website: www.leopoldmuseum.org
Öffnungszeiten: täglich außer Dienstag 10.00 bis 18.00 Uhr, Donnerstag 10.00 bis 21.00 Uhr
Eintritt: ohne Ermäßigung Euro 13,00

Die Schau läuft seit 25. März und noch bis zum 19. Juni 2017.

 

kekinwien.at

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