Zuckergoscherl, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Das Zuckergoscherl ist keine Kondtorei.

In der Nähe des Rochusmarktes ist schon wieder was passiert …

Der dritte Bezirk ist fruchtbarer als ein Schwammerlfeld! Ein neues Lokal nach dem anderen eröffnet in einer kulinarische doch recht gut versorgten Gegend. Man kommt mit dem Essen fast nicht mehr nach. In den letzten Monaten waren das zusätzlich zu Rochus und Co zum Beispiel:

Und ein neues Projekt von KÖR haben wir aus dieser vitalen Ecke Wiens auch erst unlängst vorgestellt. Und jetzt also noch ein Zuckergoscherl?
„Im Gegensatz zur Gosche ein lieb gemeinter Ausdruck für die oder den Liebste/n oder für jemanden, der gerne Süßigkeiten isst.“ (mundmische.de)

 

 

Also doch süße Verführung?

Mich hat es ja beim ersten Betreten buchstäblich wieder hinausgeweht: Ziemlich voll war das L-förmige Einraumlokal mit Schank in der Mitte. Die  Küchengerüche stiegen mir ein wenig zu deutlich in die Nase und auf alle Fälle war in meinen Ohren zu viel Lärm am Ende des Tages. Links eine Gruppe Eltern mit ihren Kindern, über mir Partysound aus den Lautsprechern: Ich ging wieder raus. Und bat mir, die keke Marktexpertin, sich das Ganze einmal näher anzusehen. Vielleicht ging es ja nur mir so, dass ich das Zuckergoscherl zunächst gar nicht süß fand, sondern eher stressig.

Die keke Marktexpertin fand souverän ein ruhiges Platzerl und ich gewöhnte mich dann rasch an das rege Treiben im Lokal. Man fühlt sich ans Rochus erinnert. Und irgendwie auch an Lokale an der Adria im Sommerurlaub vor dreißig Jahren. Braun herrscht vor, Holz, diverse Lederarten und an der Decke tut sich Abenteuerliches: In der Flucht des Eingangs schweben Fake-Fliesen im Metallic-Look. Und große Buchstaben, noch vom alten Zuckergoscherl schweben als eine Art Luster auf der anderen Seite an der Decke (siehe bitte Beitragsbild und instapic). Mir meint, sie fühlt sich leise an das Logo vom Bäcker Ströck erinnert. Ist nicht von der Hand zu weisen. Ein wärmerer Farbton, in Richtung Orange würde für mich besser zum restlichen Lokal passen. Aber, ist man einmal drin im Zuckergoscherl, ist es gemütlich und angenehm dort.

Die Kellnerin ist beeindruckend flott, versiert und sehr freundlich. Heureka. Wir schmökern uns durch die Karte. Zunächst erkennen wir keine Linie. Es gibt irgendwie alles: Frühstück, Gabelbissen, Mittagessen, Kaffee und Kuchen, Jause, und Abendsessen bis hin zu Cocktails. Der Bogen spannt sich vom Butterbrot (Öferl) bis zum Kaviar (Osietra). Doch dann ereilte uns die Erleuchtung:

Das Zuckergoscherl ist doch ein Kaffeehaus!

Natürlich! Ein modernes Kaffeehaus, eindeutig ein Ort zum andere Menschen treffen, essen und trinken, egal was, egal um welche Uhrzeit. Hier findet jeder etwas, was ihm mundet. Der Kaffee ist ein Java Single Arabica. Die Milch eine BIO-Vollmilch aus dem Waldviertel. Mandelmilch und lactosefrei Milch gibt es auch. Der Cafe al banco kommt auf Euro 2,10, kostet also genau so viel wie das sogenannte Marktachterl, beides zu haben bis 16.00 Uhr. Ich habe die Speisekarte mal für euch hierher kopiert.

 

 

Speisen (c) Zuckergoscherl

 

Ab in der Früh

 
GuMo

Melange BIO-Rohmilchsemmerl Butter Marmelade Juice

€ 7
Wiener und Innen

BIO-Rohmilchsemmerl Kipferl Beinschinken

WeichEi Käse Butter Marmelade

€ 8,5
Alles

Rohmilchsemmerl Kipferl Brot Beinschinken Käse Müsli Butter

Marmelade Toast Tartar WeichEi

€ 15
Schinken – Thum gegen Gissinger

Kren & saures Gemüse

€ 5
Käseplatte

Obst & Honignüsse

€ 5
Ham / Bacon & Eggs

3 Eier & Schmortomate

€ 7,5
Eierspeise

Eierschwammerl & Kernöl

€ 6
Egg Florentine

Blattspinat & Sauce Hollandaise

€ 8
Waffeln

Nougat & Obst

€ 7
Schwiegermutter Müsli

Vegan & gekocht

€ 6
Obstplatte

Minze & Zitrone

€ 6

Öfferl BIO-Brot

Schnitt Brot
BIO-Rohmilch Semmerl
Mürbes Kipferl

Butter € 1

Marmelade € 1

Honig € 1

Weich BIO-Ei € 2,5

€ 1,5
€ 1,5
€ 2,5

Salate & Suppe

 
Hendl

Erbsenschoten Kräuter Pinien Limette Chili Tomaten

€ 11
Fisolen & Bohnen

Püree von gegrilltem Sellerie & Portulak

€ 12
Waldorfsalat & Garnelen

Sellerie Granny Smith Chicorée Walnüsse Creme

€ 14
Zwei Leberknödel

Rindsuppe & Häuptelsalat

€ 6

Mehlspeisen

Kaiserschmarrn

Zwetschke & Apfel

€ 12
Powidl Buchtel

Vanillesauce

€ 5
Torten an der Bar

 

Beef Tatar im Zuckergoscherl, Bild (c) Claudia Busser

Beef Tatar im Zuckergoscherl, Bild (c) Claudia Busser

 

Vorspeisen & Gabelbissen

 
Drei Fleischtartar

Rind mit Gänseleber & Knusper Schwammerl
Kalb mit Avocados & Chips
Reh mit Beeren & Speck

€ 18
Rindstartar

Gänseleber & Knusper Schwammerl

€ 14
Kalbstartar

Avocados & Chips

€ 15
Rehtartar

Beeren & Speck

€ 16
Drei Fischtartar

Lachsforelle mit Fenchel & Basilikum
Saibling mit Senf & Dille
Thunfisch mit Maracuja

€ 19
Lachsforellentartar

Fenchel & Basilikum

€ 16
Saiblingstartar

Senf & Dille

€ 16
Thunfischtartar

Maracuja

€ 18
Rollmops

Saibling & mariniertes Kräuter-Kraut

€ 9
Mayonnaise Ei

Kaviar Osietra & Senfkresse

€ 10
Dose Kaviar Osietra 15 g

Toast & Ei

€ 50
Schinkenrolle

Erbsencreme & Portulak

€ 7
Sausemmel

Schweinsbraten Kren Senf Kraut Gurkerl Schnittlauch

€ 5
Öfferl Brot mit Butter und Schnittlauch

Grobes Salz

€ 3
Öfferl Brot mit Liptauer

Essiggemüse

€ 5
Sacher Würstel

Senf mit Estragon & Kren

€ 5
Bratwurstrolle vom Lamm

mit Kraut & Feigensenf

€ 6

Hauptspeisen

 
Gemüseteller

15 Gemüsesorten

€ 10
Bandnudeln

Paradeiser, Reibkäse

€ 9
Schinkenfleckerl

überbacken & Blattsalat

€ 10
Salonbeuschel

Schnittlauchknödel

€ 15
Halbes BIO-Hendl & Pommes

Kräuterbutter & Ketchup

€ 13
Wiener Schnitzel

Kalb Erdäpfel Blattsalat Preiselbeeren

€ 19
Kruspelbraten

mit Kraut und Dampfknödel

€ 15
Lamm Popo & Rücken

Salzschalenerdäpfel & Artischocken

€ 23

Die Schinkenrolle, typisch Wien, typisch Kaffeehaus. Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Die Schinkenrolle, typisch Wien, typisch Kaffeehaus. Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

 

Von Klassik bis Zeitgeist

Wir entschieden und für die Schinkenrolle und das Rindertatar. Auf der Karte finden sich ja drei verschiedene Typen Tatar vom Fisch und drei fleischige. Beef Tatar ist halt unwiderstehlich für mich. Überhaupt mit Gänseleber dazu. Die angekündigten „Knusper Schwammerl“ entpuppten sich als luftgetrocknete Champignons, wenn ich nicht sehr irre. Geschmacklich nicht erhellend haben die für mich persönlich das Gericht nicht weiter gebracht, wenn ich das mal salopp so sagen darf. Das Rindfleisch selber war schwer in Ordnung, stimmig in Größe und Geschmack. Auch die Idee es mit einem getoasteten Brioche zu servieren ist zwar nicht hier geboren, aber gut. Die Leber konnte nicht ganz überzeugen. Zu kross, zu dunkel angebraten, war ihr Geschmack nicht so fein wie ich erwartet hätte. Ist aber kein Beinbruch.

Die mit Frischkäse gefüllte Schinkenrolle konnte nicht nur mit ihrer Optik punkten. Fein die Erbsencreme dazu und erfreulich der Portulak, den man auch nicht an jeder Ecke bekommt. Und die halben Bio-Hühner mit Pommes, die der lustigen Damenrunde am Nebentisch serviert wurden, waren sicher nicht von schlechten Eltern!

Auch bei der Getränkekarte gibt es nennenswerte, offenbar wohl überlegte Details. Neben den obligatorischen Limonaden bietet man zum Beispiel zweierlei Apfelsaft an: ein Mal Cox Orange – mein Favorit – und einen „Cuvee“ aus säuerlichen Sorten. Oder acht verschieden Storten „Sprudel“ – Details findest du hier. Nett finde ich auch Folgendes:

 

4 Winzer – 4 Grüne Veltliner 

(Hagn / Thomas Ott / Franz Pichler / Petra Unger)

einzeln

gespritzt

je 0,1l

0,125l
0,25l

€ 16

€ 4,9
€ 5,9

Täglich ab 23:30 UHR: „Wein Rest Trinken“

 

Fazit: Ist man eine Weile eingetaucht in den Mikrokosmos des Zuckergoscherl, macht der Aufenthalt dort Spaß.
Ein geeigneter Ort, um zusammen zu kommen.

 

Immer gut besucht, das Zuckergoscherl in 1030 Wien, Bild (c) Claudia Busser - kekinwien.at

Immer gut besucht, das Zuckergoscherl in 1030 Wien, Bild (c) Claudia Busser – kekinwien.at

 

Zuckergoscherl

Landstraßer Hauptstraße 41 – 43, 1030 Wien
Tel.: +43 1 34 30 147
E-mail: reservierung@cafe-zuckergoscherl.at
web: www.cafe-zuckergoscherl.at

Öffnungszeiten: täglich von 8.00 bis 2.00 Uhr

Betreiber: Marcus Langhammer (früher: Freiraum, Rochus)
Küchenchef: Robert Liebhart (früher: Halle im Museumsquartier)
Nichtraucherlokal, Schanigarten

 

Dein Kommentar

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2 comments

  1. Immer wieder gut von euch zu lesen, …. Objektiv, fair und neutral! Danke f die Tipp!

    • pia

      Das freut uns zu hören! Vielen lieben Dank und keke Grüße!