Mercado Nikkei, Bild (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Das Mercado hat sich neu erfunden: als Mercado Nikkei!

Wir haben die in Wien bis dato kaum vertretene Fusionsküche getestet … 

Auf dem Ring ist ganz schön viel Verkehr mittags! Sitzt man aber im feschen, großzügigen Schanigarten des Mercado Nikkei, dringt erstaunlich wenig Straßenlärm zum Tisch durch. Die Entspannung setzt mit dem Hinsetzten ein. Drinnen finde ich es sowieso charmant. Und die Bar ist auch lang wie man im Beitragsbild oben gut sehen kann – das mag ich!

Mercado Nikkei, Interieur, Bild (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Mercado Nikkei, Interieur, Bild (c) Andrea Pickl – kekinwien.at

Das Mercado Nikkei bietet verschiedene Bereiche , je nach Lust und Laune, Bild (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Das Mercado Nikkei bietet verschiedene Bereiche , je nach Lust und Laune, Bild (c) Andrea Pickl – kekinwien.at

 

Die Speisekarte kommt flott, kein Wunder ist mit Marisol Piber, übrigens die Tochter des Betreibers Klaus Piber (Franks, Yohm, Grünauer… ), ja ein Gastroprofi am Werk. Die Speisekarte liest sich erfreulich, pia und ich geraten in einen kurzen Entscheidungsnotstand. Die Ausrichtung der Küche definiert das Lokal übrigens so auf seiner website:

„Nikkei ist ein Küchenstil, der sich in den letzten hundert Jahren in Peru entwickelt hat. Durch die Immigration der Japaner entstand ein interessanter peruanisch-japanischer Mix in den Restaurants Lateinamerikas. Die japanischen Einwanderer legten sehr viel Wert auf die Elemente ihrer Küche. Trotzdem griffen sie mehr und mehr auf die aufregenden, peruanischen Aromen zurück, wodurch die neue Ära der Nikkei Küche anbrach. Die heutige Nikkei Küche in Peru basiert auf der bunten, aromatisch-frechen, aber traditionellen kreolisch-peruanischen Küche, die mit den Aromen, der Raffinesse, Präzision und Technik der japanischen Küche zubereitet wird. Diesen Schwerpunkt finden Sie auch in den von Chef Javier Vera Alarcon zusammengestellten Gerichten.“

So viel Expertise zu eher moderaten Preisen?

Der neue Chef war ziemlich viel in der Welt unterwegs „in den letzten sieben Jahren hat er bei vielen von Michelin hochdekorierten Chefs in Lima, Paris und Wien gearbeitet, darunter Mraz und Sohn in Wien oder im Restaurant Maido, derzeit bestes Nikkei-Restaurant und Nummer 8 in der Liste der ’50 Best Restaurants‘ der Welt. “ (website) Da merke ich schon die Erwartungshaltungen in mir hochsteigen. Die Tatsache, dass die Tische im Schanigarten nicht weiß eingedeckt sind, deutet auch auf Niederschwelligkeit hin. Die Tische hätte übrigens verdient, abgeschliffen zu werden – zu viel Patina für meinen Geschmack, denn der Rest vom Lokal scheint super in Schuss. Aber ich bin diesbezüglich ein ziemlicher Monk

Mercado Nikkei legt den Schwerpunkt auf Peru.

Die unten abgebildete Karte wird in den nächsten Wochen bleiben bis sich das Küchenteam ganz und gar eingespielt hat, dann soll dem Namen „Markt“ entsprechend die frischen Produkte der Saison laufend in die bestehende Struktur einfließen. Außerdem sind „Gastauftritte“ von KöchInnen aus einigen als Sozialprojekt geführten Kochschulen in Lateinamerika geplant. Regelmäßig solle es auch Live Acts, DJ’s und lateinamerikanische Kunstpräsentationen geben: Es existiert einen Eventraum im Untergeschoss. Also nach Langeweile klingt das nicht, doch zurück zur Karte:

Die Wochenkarte des Mercado Nikkei - kekinwien.at

Die Wochenkarte des Mercado Nikkei – kekinwien.at

Signature Dishes, Speisekarte, Mercado Nikkei - kekinwien.at

Signature Dishes, Speisekarte, Mercado Nikkei – kekinwien.at

 

Tigermilch und Matcha

Die Leche de Tigre setzt sich im Wesentlichen übrigens so zusammen: frisch gepresster Saft von Limetten, Koriander, Chili, Salz und Pfeffer. Roher Fisch von bester Qualität wird darin mariniert. Die Dauer ist übrigens entscheidend. Zu kurz bedeutet, die Aromen liegen auf der Oberfläche, der Fisch bleibt roh. Ideal wird es, beginnt sich die Struktur des Fisches durch den Einfluss der Säure zu verändern, das Eiweiß denaturiert. (Deswegen funktioniert das mit nicht oder wenig eiweißhältigen Lebensmitteln wie Gemüse auch nur bedingt.) Badet der Fisch zu lang in der Tigermilch verliert er die Struktur, bricht und ist durch. Gar nicht so einfach, so ein Ceviche

Wir hatten folgende Gerichte. Unsere Erlebnisse mit den Gerichten findest du in der jeweiligen Bildunterschrift bitte :

Chiabatta Brot mit Batayaki Butter: Keine Chiabatta unsere Ansicht nach, aber trotzdem gut, die Butter zeigt viel Umami, Mercad o- kekinwien.at

Chiabatta Brot mit Batayaki Butter: Keine Chiabatta unsere Ansicht nach, aber trotzdem gut, die Butter zeigt viel Umami, Mercad o- kekinwien.at

Mushroom Ceviche im Mercado Nikkei: Sehr schön ausgewogen, obwohl ja nicht wirklich ein Ceviche wie oben erklärt, Bild (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Mushroom Ceviche im Mercado Nikkei: Sehr schön ausgewogen, obwohl ja nicht wirklich ein Ceviche wie oben erklärt, Bild (c) Andrea Pickl – kekinwien.at

Signature Dish, Nikkei Classic Ceviche: großzügig viel herrliche Gelbschwanzmakrele alias Hamachi, Oktopus mit perfektem Biss, Avocado, Chulpi Mais, Süßkartoffelstroh. Die Säure schlägt hier zu intensiv durch. Gut, dass wir Brot bestellt hatten. Bild (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Signature Dish, Nikkei Classic Ceviche: großzügig viel herrliche Gelbschwanzmakrele alias Hamachi, Oktopus mit perfektem Biss, Avocado, Chulpi Mais, Süßkartoffelstroh. Die Säure schlägt hier zu intensiv durch. Gut, dass wir Brot bestellt hatten. Bild (c) Andrea Pickl – kekinwien.at

Arroz von Pato, herzhafte Ente, ein rundes Vergnügen, Mercado Nikkei - kekinwien.at

Arroz von Pato, herzhafte Ente, ein rundes Vergnügen, Mercado Nikkei – kekinwien.at

Das Dessert Macchu Matcha sollte man bedingt versuchen bitte! Alle Bestandteile zusammen im Mund sind ein echtes Erlebnis, Mercado Nikkei, Bild (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Das Dessert Macchu Matcha sollte man bedingt versuchen bitte! Alle Bestandteile zusammen im Mund sind ein echtes Erlebnis, Mercado Nikkei, Bild (c) Andrea Pickl – kekinwien.at

 

Mercado Nikkei, Japan meets Peru: auch flüssig?

Nicht ganz. Die Weinkarte ist zwar überschaubar, trumpft aber mit nennenswerten Positionen aus Österreich (rund 70% des Angebots) zu fairen Preisen auf. Es gibt hausgemachte Limonaden, eine Tamarinden-Spritzer für Freunde von fortgeschrittenen Geschmackserlebnissen, den man auch von den Schwebstoffen befreien hätte könne, wie pia findet. Das Bierangebot ist gar nicht Nullachtfünfzehn und natürlich gibt es eine erfreuliche Cocktailkarte. Ich sage nur eines: Pisco Sour!

Fazit: Das Mercado Nikkei ist gar nicht „more of the same“ und einen Besuch wert.

Kleiner Auszug aus der Weinkarte, Mercado Nikkei - kekinwien.at

Kleiner Auszug aus der Weinkarte, Mercado Nikkei – kekinwien.at

Impression aus dem Mercado Nikkei, Bild (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Impression aus dem Mercado Nikkei, Bild (c) Andrea Pickl – kekinwien.at

 

Mercado Nikkei

Stubenring 18, 1010 Wien
Tel.: +43 1 512 25 05
E-mail: restaurant@mercado.at
web: www.mercado.at

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 12.00 – 23.00 Uhr, Samstag 17.00 – 23.00 Uhr, Sonntag 17.00 – 22.00 Uhr
Tasting Menüs, Schanigarten, Veranstaltungsraum
Beitragsbild: Mercado Nikkei, Bild (c) Andrea Pickl

Dein Kommentar

keke Spam-Abwehr: *