Café Telegraph - kekinwien.at

Du sollst nicht irren: Café Telegraph.

Wir haben wirklich lang gewartet – mit dem Testen.
Weil die Gäste anfangs so lange warten mussten – auf ihr Essen.
Wie es uns ergangen ist? Tja …

Café Telegraph, Blick zur Küche - kekinwien.at

Café Telegraph, Blick zur Küche – kekinwien.at

Der Telegraph verband und verbindet Menschen.

Ins Ecklokal eines ehemaligen Postamts ist ein wirklich hübsches Kaffeehaus eingezogen. Die Kuchenvitrine für die süßen Sünden aus der hauseigenen Pâtisserie gleich beim Eingang verheißt Gutes. Auch der Blick auf den großer Schanigarten in der eher ruhigen Seitenstraße, auf den schön gemusterten Fliesenboden und die liebevoll ausgewählte Accessoires dieses Hippstercafés erfreuen das Auge. Der Gesamteindruck ist frisch, jung, einladend. So weit, so gut. Von allen Seiten wurden wir ja fast bedrängt, ob wir schon im neuen Lokal in der Garnisongasse waren. Das Essen sei so gut und überhaupt.

Was nützt das beste Essen, wenn es keiner bringt?

Wir hatten das Lokal bereits Anfang April 2017 im Radar, aber nach ein wenig Recherche, beschlossen wir noch ein paar Wochen verstreichen zu lassen. Offenbar hatten man in der Anfangsphase massive Probleme ausreichend kompetentes Servicepersonal zu finden.

Wir waren also letzte Woche an einem Wochentag da. Das Lokal war halbvoll: Viele Paare stillten ihren kleinen oder auch großen Hunger, nicht anders wie einige Wienbesucher offenbar. Ein paar Menschen waren hinter ihrem Laptop vergraben. Kleine Mädelsrunden trafen einander zum Tratschen beim Kaffee. So weit, so entspannt. Der Schanigarten war fast leer, zu kühl und windig der Tag. Das enspannte Publikum schien altersmäßig so um die Zwanzig, aber ein betagter Herr, offensichtlich aus der Umgebung stammend, las zufrieden eine der angebotenen Zeitungen. Kaffeehaus eben.

 

Detailverliebtes - kekinwien.at

Detailverliebtes – kekinwien.at

 

Schau mal, was es zu essen gibt!

Im Falter klang das alles so: „Es gibt russisches Frühstück ‚aus der Dose‘, Kärntner Frigga, richtige Pancakes, Huevos Rancheros, Babaganoush und das englische Ensemble, es gibt sechs verschiedene Omelettes, fünf verschiedene Eierspeisen, vier verschiedene Eggs Benedict und drei verschiedene Bowls, außerdem wird täglich eine Reihe hübscher Eclaires gebacken und man bereitet sogar Croque Monsieur und Madame zu, sehr gut. Also rein quantitativ schon mal alle Achtung, qualitativ aber auch, denn das Brot kommt vom Kasses, der Schinken vom Thum, die Eier aus Bio-Freilandhaltung und der Kaffee vom Süßmund.“

Wir wählten Synriki und das Lebanon Frühstück im Café Telegraph.

 

Synriki im Café Telegraph - kekinwien.at

Synriki im Café Telegraph – kekinwien.at

 

Die Marmelade des ukrainischen Frühstücks war extrem süß und arm an Fruchtaromen, kaum als Marille zu identifizieren. Aber vielleicht ist das ja ein Import, also gewollt. Die Topfenlaibchen hatten eine inhomogene Konsistenz, waren aber geschmacklich in Ordnung. An den frischen Früchte ist ein bisschen gespart worden, finde ich. Honig gab’s noch dazu und eine großen Klecks Sauerrahm pur. Serviert wird das ganze optisch ansprechend. Ob ich davon satt würde, wenn ich nicht noch zwei Milchkaffee mit sehr viel Milch getrunken hätte? Eher nicht. Kostet Euro 7,20 – ohne Heißgetränk.

 

Süssmund, viel Milch - kekinwien.at

Süssmund, viel Milch – kekinwien.at

 

Aus der umfangreichen Karte, sprach uns die Beschreibung von Lebanon noch sehr an. Wir orderten also laut Karte: „Humus, frisches Gemüse, Baba Ganoush, Oliven, Joghurt mit Früchten und Chiasamen, dazu Pitabrot.“
Gekommen sind dann zwei kleine Pitabrote, ein Schälchen Humus, sehr gut, ein Schälchen Joghurt mit ein paar Sesamsamen drauf, ansonsten pur – keinerlei Früchte, keine Chiasamen – und dann noch ein Becherchen mit Sticks bestehend aus Karotte, Gurke, roter und gelber Paprika, offensichtlich das „Gemüse“ plus fünf Oliven ohne Kern und eine sehr gute Zubereitung aus Auberginen, Tomaten und Zwiebel, die eher an Ratatouille erinnerte als an Baba Ganaoush. Das Ganze um Euro 8,00 – ohne Heißgetränk – macht noch weniger Spaß, wenn man den tatsächlichen Wareneinsatz bedenkt.

 

'Lebanon' im Café Telegraph - kekinwien.at

‚Lebanon‘ im Café Telegraph – kekinwien.at

 

Erwartungshaltungen sind halt ein Hund …

In der Küche hinter den Raumteiler werkten drei Menschen. Vielleicht war der Küchenchef ja auf Urlaub. Pia und ich waren ein wenig ratlos.
Hier kommt die Karte mit den Details:

 

 

Dafür war das Service Weltklasse!

So kann’s gehen: Überraschung!
Das, was alle gelobt hatten, nämlich das Essen, war zwar in Ordnung, aber in Wien, der „Welthauptstadt des Frühstücks“, quasi im Mekka der morgentypischen Nahrungsaufnahme, die im Grunde den ganzen Tag lang irgendwo möglich ist, ist die Konkurrenz groß, großartig – und besser. Wem das noch nicht aufgefallen ist, der lese bitte bei den Frühstückerinnen nach.

Das heillos überforderte Service aber, und die langen Wartezeiten, die manche Gäste sogar aufgeben ließen, all das haben wir nicht erlebt! Im Gegenteil! Die beiden jungen Damen, die uns betreut haben, waren nicht nur ausgesprochen freundlich, sondern agierten auch flink, vorausschauend und aufmerksam. Einfach tadellos!

Wir werden sicher wieder ins Telegraph gehen.

Und wir wünschen dem Lokal viele gute Gäste – nicht solche die Salz-und Pfeffer Streuer stehlen. (Der Großteil der zur Eröffnung vorhandenen wurde laut einer Stammkundin gestohlen – in wenigen Wochen.)

Fazit: Hübsches Lokal, gute Lage, firmes Service, hohes Qualitätsbewusstsein, ambitioniertes Konzept, aber momentan schwankende Küchenleistung. Möge die Übung gelingen!

 

Der Schanigarten des Café Telegraph - kekinwien.at

Der Schanigarten des Café Telegraph – kekinwien.at

 

Café Telegraph

Garnisongasse 7, 1090 Wien
Tel.: +43 1 664 1445581
web: www.facebook.com/CafeTelegraph.at

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9.00 – 19.00 Uhr, Sa und So 9.00 bis 16.00 Uhr
täglich geöffnet ist und immer sehr sympathisch; am Wochenende sollte man reservieren.
Freewave, Zeitungen und Zeitschriften, Mittagsmenü (Siehe bitte nächsten Bild unten)
Alle Bilder dieses Beitrags sind (c) Andrea Pickl für kekinwien.at.

 

schwer in ordnung - 3 sterne - kekinwien.at

schwer in ordnung – 3 sterne – kekinwien.at

 

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